Mir sinn echte Riesholzer von de Henkelstrass....
Im Frühjahr 1982 setzten sich die begeisterten Karnevalsfreunde Albert "Brünni" Brüntrup, Rolf Heimberg, Helmut Kindermann, Hans-Joachim Meyer und Martin Reichert zusammen und organisierten einen Veedelszoch durch den Düsseldorfer Stadtteil Reisholz.
Der Andrang und die Begeisterung bei diesem Veedelszoch waren so groß, dass sie beschlossen, einen Karnevalsverein zu gründen. Rasch fanden sich 23 begeisterte Karnevalsfreundinnen und -freunde, die am 06.05.1982 den Verein ins Leben riefen und ihm, nach langer "Quatscherei" sich den Namen "Reisholzer QuatschKöpp" gaben. Als Symbolfigur für den Reisholzer Karneval steht ein "Quatschkopp", der nicht Vereinsmitglied sein muss, der aus Reisholz und später auch aus Hassels kommt und vom Elferrat ausgewählt wird.
Am 29. Januar 1983 veranstalteten die "Reisholzer QuatschKöpp" ihre erste Damen- und 1985 ihre erste Herrensitzung. Das Bürgerhaus Reisholz war jeweils bis auf den letzten Platz besetzt. 1986 sind erstmals alle Sitzungen nach zwei Wochen total ausverkauft.
Die Sitzungen der "Reisholzer QuatschKöpp" haben mittlerweile aufgrund ihrer Professionalität und Natürlichkeit einen so guten Ruf, dass die Sitzungskarten immer schnell vergriffen sind.
Die Jecken, die eine Karte ergattern möchten, stehen schon am ersten Tag des Vorverkaufs ab 03.00 Uhr vor der Verkaufsstelle an, ausgestattet mit Tee und KAffee und Campingstühlen.
Und der Veedelszoch ist mittlerweile zum Highlight des Winterbrauchtums im Düsseldorfer Süden geworden und nicht mehr vom Karnevalsgeschehen wegzudenken. 1989 schätzte sie Polizei mehr als 20.000 Jecken, die den Zugrand sämten und ausgelassen ihren Straßenkarneval auf der Henkelstraße feierten und Wind, Schnee und Regen trotzten, um den Höhepunkt des Reisholzer Karnevals mitzuerleben.
2001 zogen dunkle Wolken am Karnevalshimmel in Reisholz auf. Am 31.03.2001 wurde den "Reisholzer QuatschKöpp" ihre Wagenbauhalle bei Mannesmann in Reisholz gekündigt. Die Suche nach einer dauerhaften Bleibe war erfolglos. Die Hilferufe an die ansässigen Firmen, an die Politikerinnen und Politiker und an die Stadtverwaltung verpufften, "das alles sei sehr traurig, aber man önne nichts machen". Das Interesse am Winterbrauchtum in einem nicht privilegierten Stadtteil ist offensichtlich nicht vorhanden. Durch Zufall und mit Hilfe der SPD vor Ort konnte, allerdings nur vorübergehend, eine gut erhaltene Halle in der Paulsmühle gefunden werden. Die Leute staunten nicht schlecht, als im Mai 2001 Karnevalswagen der "Reisholzer QuatschKöpp" und befreundeter Vereine durch's Dorf zogen. Doch die Freude über diesen neuen Standort schlug schnell in Trauer und Frust um. Obwohl die Halle einbruchssicher schien, wurden die in Eigenarbeit erstellten Karnevalswagen und das Inventar beschmiert, demoliert, demontiert und gestohlen.
Das war ein herber Schlag und enttäuschend vor allem, weil die gekündigte Halle immer noch wegen Planungsänderungen leer stand.
Durch zahlreiche eindringliche Anrufe und Briefe beim ehemaligen Vermieter ist es den "Reisholzer QuatschKöpp" gelungen, rechtzeitig zur Session 2001/2002 wieder in die alte, immer noch leerstehende Halle zurückzukehren, um die Wagen herzurichten und für den gewohnten, allzeit beliebten Veedelszoch zu sorgen.
Es blieb nicht nur ein finanzieller Verlust zurück; auch das Vertrauen in die Politik und Stadtverwaltung ist dahin. Bedrückend ist die Frage, wie lange die "Reisholzer QuatschKöpp" in dieser Halle bleiben können. Wenn es dann keine neue Halle gibt, wird es dann auch keinen Veedelszoch mehr geben.
Ohne diesen tollen Veedelszoch, den die "Reisholzer QuatschKöpp" veranstalten, wird das Winterbrauchtum im Stadtteil sterben. Einen Ausweg gibt es nicht, nur die Hoffnung, dass die "Reisholzer QuatschKöpp" sehr lange in dieser Halle bleiben können.
Die "Reisholzer QuatschKöpp" sind ein "Selfmade-Verein", der Bau und die Gestaltung der Karnevalswagen, die Dekoration und Bestuhlung des Sitzungssaales, die Bewirtung bei den Sitzungen und die Reinigungen danach leisten die Mitglieder.
Heute stellen die Reisholzer Quatschköpp Veranstralltungen auf die Beine, welche selbst denen der Großen in nichts nachstehen.
Doch Wenn bei den Sitzungen der Beifall nicht enden will und bei ihrem Veedelszoch wieder viele Jecken außer Rand und Band sind, dann wissen die "Reisholzer QuatschKöpp", es hat sich wieder gelohnt.

